Am 22. Spieltag in der BGL Ligue im Fußball
Wiltz verliert erneut unglücklich
Düdelingen zieht in extremis durch einen Foulelfmeter den Kopf aus der Schlinge Körperbetonter Zweikampf
zwischen dem Wiltzer Mehmet Mujkic (l.) und Thierry Steimetz.
Duplizität der Ereignisse für die Fußballer aus Wiltz! Sechs Tage nach dem verpassten Sieg in der 90. + 6.’ in Differdingen, musste sich Wiltz diesmal in der 90. + 5.’ durch einen Foulelfmeter gegen Düdelingen geschlagen bekennen.
In der Nachspielzeit wahrte F91 demnach durch den 2:1-Erfolg die Chance auf die Titelverteidigung.
Möglicherweise werden jetzt wieder der Wiltzer Verein, deren Spieler und Anhänger an den Pranger gestellt. Wahrscheinlich wäre jedoch bei dieser Konstellation auch auf anderen Spielfeldern eine Eskalation kaum zu vermei-
den gewesen. Die Spieler beider Teams befleißigten sich nämlich mit einer einzigen Ausnahmeeiner sehr fairen und sportlichen Spielweise. Auch der Düdelinger Schlussmann Joubert hatte nach Spielende kaum Verständnis für
die Flut an Gelben Karten: „Das war alles nicht nötig. So lange hätte auch nicht nachgespielt werden dürfen. Wir haben davon profitiert, hatten zuvor jedoch das 2:0 verpasst. Jedenfalls sind wir nicht
mehr die Übermannschaft, die von jedem gefürchtet wird.“
Was war geschehen?
Drei Foulelfmeter und zwölf Gelbe Karten prägten ein Spiel, das über weite Strecken eher einer Freundschaftsbegegnung als einem wichtigen Meisterschaftsspiel ähnelte. Lange Zeit spielte sich das eher harmlose Geschehen vor allem im Mittelfeld ab.
Torchancen waren Mangelware. Oder entsprangen den Unebenheiten des Spielfelds. Aufregung
gab es lediglich durch die überaus kleinliche Spielleitung. Streng nach dem Regelbuch wurde jedes noch so kleine Foul geahndet oder mit Gelben Karten bestraft.
Gefahr nach Standardsituationen Es kam lediglich bei Standardsituationen Gefahr auf. So waren die Freistöße von Steimetz in der 12.’ bzw. 27.’ erste Warnschüsse für Wiltz. Ab der 30.’ kam Wiltz wieder stärker auf, wusste jedoch
zwei Großchancen nicht zu nutzen. Zweimal war es Cossalter, der seinem ersten Spiel von Beginn an die Führung hätte erzielen müssen. In der 32.’ wurde er von Conrad freigespielt, doch wenige Meter vor dem Tor traf er den Ball
nicht. Nur eine Minute später befand er sich wiederum in aussichtsreicher Position. Erneut wirkte er zu verspielt und wollte den Ball sogar noch über einen Gegenspieler heben. Etwas gegen den Spielverlauf geriet Wiltz ins Hintertreffen.
Kitenge wurde bei einem Konterangriff unsanft von Kopecky vom Ball getrennt. Dieser Rempler wurde bei der strengen Regelauslegung keineswegs überraschend mit einem Foulelfmeter bestraft. Steimetz ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen.
Den Führungsausbau von Düdelingen verhinderte Sène, der einen Schuss von Kitenge (55.’) abblockte. Wie aus heiterem Himmel wurde dann auch Wiltz ein Foulelfmeter zugesprochen. M. Mujkic war von Payal im Strafraum gefoult worden und Osmanovic vollstreckte halbhoch neben dem rechten Torpfosten. Der eingewechselte Da Mota belebte dann
das Angriffsspiel der Gäste, doch blieben die Konterangriffe von Wiltz gefährlich. Joubert musste in der 82.’ sogar all sein Können vor Cossalter aufbieten. Auslöser der hektischen Schlussphase war eine Unsportlichkeit von Da Mota.
Als Sène im Strafraum behandelt wurde, spielte Wiltz den Ball ins Seitenaus. Da Mota dagegen spielte den Ball nicht zurück zu den Wiltzern, sondern setzte Steimetz ein. Dieser wurde von Kopecky von den Beinen geholt und
Schiedsrichter Flenghi blieb nichts anderes übrig, als auf Elfmeter zu entscheiden. Diesmal traf Mélisse … und zwar ebenfalls in die Tormitte.
Unverständnis Niedergeschlagenheit herrschte nicht nur bei Sène: „Immer wieder trifft es uns. Der Schiedsrichter
hatte 3′ angezeigt, ließ deren jedoch sechs nachspielen. Wir wurden regelrecht provoziert.“ Den Tränen nahe war der Wiltzer Trainer Samir Kalabic, der an eine Verschwörung glaubt: „Ich kann keinem Spieler einen Vorwurf machen.“
@soucre : wort.lu Seite 37






